Kulturbalance

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    Zur Einstimmung der neuen Jahreszeit ein kleines Gedicht von mir ( Das Foto zeigt einen Teil unseres Familien- Anwesens in NRW, zu dem auch ein kleines Eichenwäldchen gehört)

    Herbst

    Wenn rot und braun das Laub sich malt,

    hat die Natur den Preis gezahlt.


    Vergangen ist des Sommers Traum,

    der Tag wird kurz, gibt Dämm`rung Raum.

    Da werden Schatten lang und länger,

    und angstvoll schweigt der junge Sänger.


    Die "Eins" am Himmel lässt erahnen,

    Wildgänse ziehen ihre Bahnen,

    suchen nach Nahrung, um zu speisen,

    bevor sie in den Süden reisen.


    Wenn mit filigranen Netzen

    die Spinnen Haus und Hof besetzen

    und feuchte Nebel sie verzieren

    zu eleganten Perlenschnüren,

    wenn Drachen steigen, Kinder rennen

    und Abends wieder Kerzen brennen,

    wenn Stürme peitschen hoch die See

    und in den Kesseln kocht der Tee,

    wenn man den Rasen nicht mehr mäht,

    der Winterweizen wird gesät,

    wenn Handarbeiten wieder locken

    und Menschen in der Stube hocken,


    wenn Zeit sich für ein Buch genommen,

    Dann ist gewiss der Herbst gekommen!


    (Brigitte Matzeit)

  • Ein Dankeschön von mir in Form eines nackten Mannes im Maßstab 1:10

    Sorry, Hannes - wie konnte mir das nur passieren? Das kommt davon, wenn man auf zwei Baustellen unterwegs ist (in meinem Fall war es ein zu verfassendes Schreiben, welches sehr nervenaufreibend war)

    Aber nun haben wir zwei Tausendsassas!!! unter uns... Lilly mit ihrem schönen Gedicht und dich mit dem Blitzeschleuderer.


    Habt einen schönen Sonntag -

    LG Marion

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    .....die Welt ist eine Bühne - spiele gut

  • Man kommt sich sehr klein und unnütz vor, wenn man sieht, wie talentiert andere Menschen sind. Die Skulptur ist genial.


    Aber man kann nicht alles haben im Leben. Heute bin ich froh, wenn beim Aufwachen nicht so viele Schmerzen da sind. Man wird bescheiden und die Ambitionen schwinden. Hauptsache, es passt.


    LG, Sonja

  • Kein Mensch ist klein und unnütz, in Jedem von uns schlummert viel mehr Potential als man sich selbst vorstellen kann, aber die meisten lassen sich ausbremsen und der Zugang zu seiner schöpferischen Seite wird oft schon im Kindesalter blockiert.

    Das kritische Hinterfragen und selbstständiges Handeln muss oft erst als Erwachsener wieder gelernt werden und das ist in der Regel sehr mühsam und wird auf vielfältige Weise blockiert.

  • Man kommt sich sehr klein und unnütz vor, wenn man sieht, wie talentiert andere Menschen sind.

    Liebe Sonja,

    das geht mir oft genau so. Es gibt immer Menschen, die man um ihre Talente beneidet. Da kommen einem die eigenen sehr klein vor. Aber ich denke, das ist gesunde Selbstkritik, die daran hindert, überheblich zu werden.

  • Ist vielleicht nicht fair, so ein Vergleich, deshalb wollte ich es auch nicht im gleichen Feld schreiben, aber vielleicht versteht ihr so ein wenig, wie unglücklich ich im Februar tatsächlich war zwischen all diesen unschöpferischen, Zoten reißenden Gutmenschen, deren Lebensleistung allenfalls in ihren Kindern gipfelte, das wäre in der Tat auch noch was, wir können schließlich nicht alle Ärzte, Gelehrte, Intellektuelle, Künstler und Genies auf welchem Gebiet auch immer sein, es braucht selbstverständlich auch ganz grundsolide Menschen, aber WAS für eine Generation bringen denn Gutmenschen zustande - Hüpfer, Weiner & Nassauer...


    Da drängt sich unwillkürlich der Wunsch auf, ganz früh abzuscheiden, wenn man dieses Elend sieht oder auch nur ahnt.

  • Respekt Hannes:!:

    Mal schauen, wie viele versteckte Talente wir noch unter uns haben.:thumbup:

    Ich traue mich mal ;-))



    Herbstlicher Spätsommer


    Die Sonne blasser, älter,

    die Tage kürzer, kälter,

    die Morgen grau, verhangen,

    der Sommer ist vergangen.


    Die Ähren golden, reif und satt,

    am Baum gefärbt, gewelkt das Blatt,

    die Äpfel duftend, saftig fest,

    die Vögel sammelnd, im Geäst.


    Der Abend kühler, klarer,

    die Liebe sanfter, wahrer,

    die Menschen faltig, leiser,

    den Tod vor Augen, weiser.


    Die Natur vergebend, sterbend,

    still die Schöpfung, nicht mehr werbend,

    die Schönheit gebrochen, zitternd,

    Jäger lauernd, Beute witternd.


    Das Jahr nun herbstlich, rinnend,

    die Dichter flügelnd, sinnend,

    der Muße Zeit gewährend,

    das Leid nun all verzehrend.


    (8/87)

  • Haben wir zwar noch nicht den Oktober, aber ich füge das mal ein.


    Oktober



    Stürme tosen,

    Blätter fliegen,

    lieben, kosen,

    sterben, siegen.


    Tropfen klingen,

    Vögel ziehen,

    holen, bringen,

    kommen, fliehen.


    Geister wehen,

    Menschen klagen,

    malen, sehen,

    setzen, wagen.


    Blüten fallen,

    Tote wachen,

    tönen, hallen,

    winken, lachen.


    Junge reifen,

    Welten beben,

    spielen, schweifen,

    schreien, leben.


    (10/87)