Oscar-Preisträger Jiří Menzel gestorben

  • Wie ich erst heute erfuhr, verstarb am Samstag der tschechische Regisseur, Dramaturg, Drehbuchautor und Darsteller Jiří Menzel (1980-2020). Der Cineast, der in 80 Filmen mitspielte, gilt als Begründer der in Tschechien geborenen "Neuen Welle". Den Oscar erhielt er schon 1967 für seinen Film "Streng überwachte Züge", den er auf der Grundlage von Bohumil Hrabals Erzählung schuf. Menzel, der zeitweilig in der Schweiz arbeitete, schätzte aber auch Ungarn sehr und spielte hier in namhaften Filmen mit.

    Statt vieler eigener Worte zitiere ich das deutsche Wikipedia, so unbefriedigend dies im Moment auch sein mag, aber es gibt einen gewissen ersten Eindruck:


    "Für literarische Vorlagen bediente sich Menzel häufig bei seinem Landsmann Bohumil Hrabal; als er 1969 dessen Lerchen am Faden verfilmte, wurde dieser satirische Film nach der Niederschlagung des Prager Frühlings verboten. Er wurde erst 1990 bei der Berlinale einem internationalen Publikum gezeigt und mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Menzel wurde 1970 mit einem Berufsverbot beim Film belegt, wandte sich dem Theater zu und galt als prägende Figur seiner Hausbühne im Prager Stadtteil Vinohrady.


    Mit Postřižiny (1980), einer Geschichte aus dem Böhmen der 1920er Jahre, hatte er großen Erfolg beim Publikum. Mehrfach spielte er in den 1970er und 80er Jahren in ungarischen und deutschen Filmen, darunter in Gyula Maárs Felhőjáték (1983) und Krzysztof Zanussis Das lange Gespräch mit dem Vogel (1990)."


    Der Regisseur und Produzent reiste mehfach nach Ungarn, ja sogar nach Pécs (die folgende Information verdanke ich SzabadPécs), wo er 2010 beim II. CinePécs Filmfestival der Jury vorstand. Späteren Einladungen nach Pécs konnte der herzkranke Filmschaffende nicht mehr folgen.


    Ein Nachruf wurde auf Facebook von seiner Witwe Olga Menzelova, einer Produzentin, veröffentlicht.