Zum Feiertag 23. Oktober, Erinnerungstag an die ungarische Revolution von 1956

  • Nachruf: Der bekannte Pécser Arzt und Freiheitskämpfer László Debreczeni ist verstorben


    Ich habe ihn vor Jahren einmal kennengelernt, er sprach ganz gut Deutsch.


    Dr. László Debreczeni wurde am 10. Mai 1934 in Kaposvár geboren.


    Als Student im fünften Studienjahr an der Medizinischen Universität Pécs wurde er am 22. Oktober 1956 zum Präsidenten des Studentenparlaments gewählt und wurde Mitglied des Bataillons der Medizinischen Universität. Er wurde im März 1957 festgenommen, interniert und 1958 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde 1959 amnestiert.


    Nach seiner Entlassung arbeitete er als Assistent, Dolmetscher und wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1964 schloss er sein Studium an der Medizinischen Universität Pécs ab.


    Anschließend ließ er sich in Komló nieder, wo er als Betriebsarzt und Grubenrettungsarzt arbeitete.


    Er war Betriebsarzt beim Mecsek Kohlengruben Trust (1964-1986), seit 1987 Betriebsarzt beim Mecsek Uranerzunternehmen und Betriebsarzt seit 1989. Nach dem Regimewechsel war er von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 Chefarzt der ÁNTSZ, stellvertretender Leiter des Instituts des Kreises Baranya. Zwischen 1990 und 1994 war er Gemeindevertreter der Stadt Pécs (KDNP).


    Als Gastredner hielt er Vorlesungen über Medizingeschichte und öffentliche Gesundheit an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Pécs.


    Er ist Träger des Freiheitspreises, des Imre-Nagy-Verdienstordens und des „PRO SANITATE“-Preises.

    BAMA - Elhunyt a pécsi szabadságharcos, dr. Debreczeni László
    Elment az 1956-os forradalom pécsi hőse. Dr. Debreczeni László 86 éves volt.
    www.bama.hu

  • Denke, ich habe das auf fb gepostet: Heute ab 19 Uhr läuft auf der Hír TV der Spielfilm "Nagyrozsdási eset" von 1957. Der Film wurde sofort nach seinem Erscheinen verboten und durfte erst 1984 uraufgeführt werden. Es geht um eine Kleinstadt namens Nagyrozsdás. Im Zuge der Handlung werden führende Kommunisten karikiert. Mit Imre Sinkovits als Barbier.


    Dem eigentlichen Spielfilm ist eine filmhistorische Diskussion mit Gästen unter Leitung von Zsolt Bayer vorangestellt. Wer das überspringen will, schalte sich zu 19.15 Uhr ein.


    Der Spielfilm wird morgen ab 13 Uhr (ohne Vorspann) wiederholt. Man muss freilich ganz gut Ungarisch verstehen, um der Handlung folgen zu können.

    https://port.hu/adatlap/film/t…rozsdasi-eset/movie-39127

  • Samstag, 23.10.2021, 14.27 Uhr: "Friedensmarsch JETZT live bei Hír TV
    Der "Friedensmarsch" in Budapest ist nun auf der Pester Seite angekommen.
    Der Sender Hír TV begleitet ihn live. Immer wieder wird die erste Reihe mit den Repräsentanten des Marsches gezeigt, z.B. der Publizist Zsolt Bayer ("Bayer Show"). Der "békemenet" ist eine Veranstaltung einer der Fidesz/KDNP nahestehenden zivilen Vereinigung namens Ziviler Zusammenschluss (CÖF). Der Marsch ist eine Gegenveranstaltung zu sog. "Pride"-Märschen.

    Ihr könnt ihn live verfolgen auf Facebook:

    https://www.facebook.com/hirtv/videos/1251221468696666

    ODER auf Youtube:


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  • Warum Beethoven Egmont-Ouvertüre zur „Hymne der Revolution“ wurde


    Aus dem Artikel:


    Die Egmont-Ouvertüre wurde während der Revolution und des Unabhängigkeitskrieges von 1956 zum am häufigsten gespielten Musikstück und überholte sogar Ferenc Erkels „Bánk Bán“, die Nationalhymne oder das Lied der 1848-er Revolution, „Szózat“ (deutsch: Aufruf).


    „Es war nicht möglich, eine Radiosendung zu schneiden und zu bearbeiten, deswegen gab es eher provisorische Berichte. Da im temporären Studio keine große Auswahl von Schallpatten verfügbar war, wurden sie häufig wiederholt. Vor allem Werke, meistens Opernausschnitte, die der damaligen Stimmung entsprachen.


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  • Am 23. Oktober zogen auf der Pester Seite Studenten vornehmlich der Corvina-Universität durch die Straßen und formierten sich zu einem Zug, dem sich Passanten, Hausfrauen und Arbeiter anschlossen. Bereits am Abend dieses Dienstags ließ das kommunistische Regime auf die Menge schießen. Ein blutiger Aufstand brach aus, auch in den Provinzstädten wurde gekämpft, bis die Revolution am 30. Oktober mit der Einnahme des Parteihauses in Budapest vorläufig gesiegt hatte.


    Die vom Westen erhoffte Unterstützung blieb bis auf Worte und Versprechungen völlig aus; die Westmächte England und Frankreich waren mit der Rückeroberung des Suez-Kanals von den Ägyptern beschäftigt. Die einzig, echte Hilfe des Westens war die Aufnahme einer großen Zahl Flüchtlinge aus Ungarn nach der völligen Niederschlagung der Revolution vom 04.-08. November 1956 durch die sowjetischen Besatzungstruppen. Hier taten sich vor allem Österreich, die junge BRD und das Rote Kreuz hervor, von den Westmächten vor allem die USA und Kanada, wo es heute noch sehr lebendige Vereine der Ungarnstämmigen gibt, die Sprache und Brauchtum der Heimat pflegen.


    Wir erinnern heute an eine Teilnehmerin der Revolution, die bisher noch keine Erwähnung fand. Die damals 15-jährige Erika Szeles, Tochter einer glühenden jüdischen Kommunistin, hatte sich von ihrem älteren Bruder überzeugen lassen, dass nur der Weg der Freiheit für Ungarn der richtige sei und schloss sich einem Trupp Pester Jugendlicher, die davon ihren Namen "Pesti scrácok" (Pester Burschen) trugen, als bewaffnete Kombattantin an. Dabei entstand dieses berühmte Bild des jungen Mädchens mit der Maschinenpistole sowjetischer Bauart im Arm, das um die Welt ging und zum Symbol der Revolution wurde. Doch ihre Mitstreiter hielten Erika für zu jung, mit ihnen den Kampf fortzusetzen, und überredeten sie, den Aufständischen als Krankenschwester zu dienen. Am 07. November 1956 wurde sie bei dem Versuch, Verwundete Mitstreiter zu bergen, trotz ihrer weißen Rotkreuz-Uniform von einer Maschinengewehrgarbe getroffen und starb noch auf der Straße. Sie wurde 15 Jahre, 9 Monate und einen halben Tag alt und ist auf dem Fiumer Friedhof in Pest begraben. Als ihr Bild um die Welt ging, war sie bereits tot. Nähere Informationen sind dem Artikel in dem Blog "The Female Soldier" (der weibliche Soldat) zu entnehmen.


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