Erika Szeles 1956

Zum Feiertag 23. Oktober, Erinnerungstag an die ungarische #Revolution von #1956

Am 23. Oktober zogen auf der Pester Seite Studenten vornehmlich der Corvina-Universität durch die Straßen und formierten sich zu einem Zug, dem sich Passanten, Hausfrauen und Arbeiter anschlossen. Bereits am Abend dieses Dienstags ließ das kommunistische Regime auf die Menge schießen. Ein blutiger Aufstand brach aus, auch in den Provinzstädten wurde gekämpft, bis die Revolution am 30. Oktober mit der Einnahme des Parteihauses in Budapest vorläufig gesiegt hatte.

Die vom Westen erhoffte Unterstützung blieb bis auf Worte und Versprechungen völlig aus; die Westmächte England und Frankreich waren mit der Rückeroberung des Suez-Kanals von den Ägyptern beschäftigt. Die einzig, echte Hilfe des Westens war die Aufnahme einer großen Zahl Flüchtlinge aus Ungarn nach der völligen Niederschlagung der Revolution vom 04.-08. November 1956 durch die sowjetischen Besatzungstruppen. Hier taten sich vor allem Österreich, die junge BRD und das Rote Kreuz hervor, von den Westmächten vor allem die USA und Kanada, wo es heute noch sehr lebendige Vereine der Ungarnstämmigen gibt, die Sprache und Brauchtum der Heimat pflegen.

Wir erinnern heute an eine Teilnehmerin der Revolution, die bisher noch keine Erwähnung fand. Die damals 15-jährige Erika #Szeles, Tochter einer glühenden jüdischen Kommunistin, hatte sich von ihrem älteren Bruder überzeugen lassen, dass nur der Weg der Freiheit für Ungarn der richtige sei und schloss sich einem Trupp Pester Jugendlicher, die davon ihren Namen „Pesti scrácok” (Pester Burschen) trugen, als bewaffnete Kombattantin an. Dabei entstand dieses berühmte Bild des jungen Mädchens mit der Maschinenpistole sowjetischer Bauart im Arm, das um die Welt ging und zum Symbol der Revolution wurde. Doch ihre Mitstreiter hielten Erika für zu jung, mit ihnen den Kampf fortzusetzen, und überredeten sie, den Aufständischen als Krankenschwester zu dienen. Am 07. November 1956 wurde sie bei dem Versuch, verwundete Mitstreiter zu bergen, trotz ihrer weißen Rotkreuz-Uniform von einer Maschinengewehrgarbe getroffen und starb noch auf der Straße. Sie wurde 15 Jahre, 9 Monate und einen halben Tag alt und ist auf dem Fiumer Friedhof in Pest begraben. Als ihr Bild um die Welt ging, war sie bereits tot. Nähere Informationen sind dem Artikel in dem Blog „The Female Soldier” (der weibliche Soldat) zu entnehmen.
[Post vom 22. Oktober 2020 im inzwischen eingestellten Forum schoenes-ungarn.de]


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